I See Dead Code

… as sounding brass, or a tinkling cymbal.

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Schweden 2007, Teil 3/n: Vadstena

Mai 6th, 2007 · No Comments

Mittwoch: Vadstena

Am Mittwochmorgen machten wir uns erneut auf, um Vadstena zu erkunden. Ein wunderschön pittoreskes Städtchen am, wie schon erwähnt, Vättern gelegen, dem zweitgrößten See Schwedens. Um auch ja nicht auch die kleinste kulturelle Attraktion zu verpassen machten wir uns sofort auf den Weg zum beeindruckenden Renaissance-Schloss, Das Schloss von Vadstenadessen öffentlich zugängliche Teile wir dann auch stundenlang erforschten. Während des Eintrittskarteneinkaufes rutschte uns das eine oder andere deutsche Wort heraus (auch ein wiederkehrendes Thema, wie der geneigte Leser sehen wird), die freundliche ältere Dame hinter dem Schalter war auf jeden Fall sofort bereit, uns ungefragt in unserer Muttersprache zuzutexten. So hatten wir zwar wieder den Deutschenbonus (dass es überhaupt solche Länder gibt…), leider blieben uns die oberen Stockwerke und die Kapelle trotzdem verschlossen: Nebensaison halt.

Daniel am VätternIm Anschluss an die Schlossbegehung gingen wir noch etwas am Vättern entlang, der an diesem Tag durch einen nicht unerheblichen Wind ziemlich aufgewühlt worden war; wir gaben uns überrascht und nutzten die Gelegenheit für lustige Fotografien. Der Rest des Spazierganges führte uns dann noch, am örtlichen Kloster vorbei, in die kleine Kirche; auch dort gab es wieder viele Dinge zu bestaunen, die den durchschnittlichen Calvinisten zu einem Bildersturm prädestinieren würden.

Nach ausgiebiger Stärkung und einem kleinen Mittagsschläfchen, durch die vorhergehenden Anstrengungen mehr als gerechtfertigt, machten wir uns dann doch tatsächlich zum ersten Mal daran, etwas Material für den Kurs zu sichten, Witze vorzubereiten und uns fiese Aufgaben auszudenken; auch musste noch Beispielcode geschrieben werden. So verging der Nachmittag – unterbrochen lediglich von zwei verpeilten Französinnen, die sich Daniels Handy ausleihen mussten, um die Nummer an der Tür anzurufen (s. Dienstag). Offensichtlich gibt es in den Weiten des französischen Weltreiches noch Menschen, die kein Handy ihr Eigen nennen. Auch der Abend klang harmonisch aus, wir waren mittlerweile bei Firefly angelangt. Geistig bereiteten wir uns schon auf die Reise des nächsten Tages vor.

Donnerstag: Odyssee II

Von unserem dienstäglichen Reiseerfolg euphorisiert, machten wir uns auf, um von Vadstena nach Kalmar und von da weiter nach Stora Frö auf Öland zu kommen. Zuerst wechselten wir mehrmals Bus und Zug, bis wir in Linköping ankamen. Die Abfahrtszeiten hatten wir bereits bei unserer vorherigen Durchreise ausgespäht, schließlich verfügten wir in der ersten Woche über keinerlei Netzzugang und waren deshalb auf altmodische, exakte und minutiöse Planung aller unserer Schritte angewiesen. Pause in Linköping Wir hatten vor der Abfahrt des Zuges noch etwas Zeit, die wir mit Essen und Kathedralenbestaunen füllten. Außerdem stellten wir fest, dass in schwedischen Städten sehr viel mehr Jugendliche herumlaufen als in der schwedischen Provinz, so war dann auch der soziologische Teil unserer Reise ein kompletter Erfolg.

Der Kustpilen brachte uns sicher und bequem nach Kalmar. Die Beschreibung des Vandrarhems in Stora Frö hatte behauptet, dass zwei Busse direkt im Ort selbst halten würden, daher rechneten wir nicht mit weiteren Problemen. Zu unserer Überraschung fuhren beide Buslinien mit innovativem Takt und brauchten für die Kleinigkeit von „10km direkt südlich der Ölandbrücke” geschlagene 80 Minuten. Glücklicherweise kamen wir auf den Gedanken, uns sofort in Kalmar mit Essen für den Abend einzudecken, da wir selbstverständlich auch noch einigen Aufenthalt bis zur Abfahrt des Busses hatten. Andernfalls hätten wir wohl die Rinde von den Bäumen knabbern dürfen.

Nach länglicher Fahrzeit und vielen Windmühlen am Wegesrand dann in Stora Frö angekommen, spie uns der Bus ungefähr mitten ins Nichts. In der Ferne lockte ein Hinweisschild für eine Herberge – allerdings nicht unserer. Davon nur mäßig beeindruckt gingen wir einfach in die Richtung, die wir für richtig hielten, bis uns beiden Zweifel und Angst die Wirbelsäule hochwurzelten und in unserem Köpfen viele kleine Ängste und Zweifel säten. Auf der Reservierungsbestätigung war eine Telefonnummer angegeben und so riefen wir, die wir den Anfängerfehler, keine Handys mitzunehmen, vermieden hatten, in der Herberge an. Eine freundliche Stimme gab auf Torstens panisch gestammeltes Geständnis, man finde die Herberge nicht, den guten Rat, man solle doch einfach in den Sonnenuntergang laufen, dann komme man schon an. Diese Angabe war uns technisch orientierten Menschen viel zu ungenau, so wurde ein zweiter Mensch bemüht, der uns dank besserer Ortskenntnis den Weg wies.

Nach einem weiteren Kilometer glücklich im Stora Frögården angekommen, kochten wir dann unser zufälligerweise schon eingekauftes Abendessen und nahmen die Abendunterhaltung wahr. Zu Torstens großer Freude verfügte die Herberge nicht nur über einen gut gefüllten Bücherschrank, sondern auch über einen Stapel schwedischer Comics, sodass auch für die einfacheren Gemüter gesorgt war.

Es fehlen:

  • Freitag: Öland, oder: Ist schon Sommer oder was?
  • Samstag: Kalmar, oder: Das kühle Schloss
  • Sonntag: Odyssee III, oder: Endlich wieder Rasieren!
  • Der ganze Rest: Stockholm.py, oder: „We understand more German than you might think.”

Tags: lang:de · sweden

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