I See Dead Code

… as sounding brass, or a tinkling cymbal.

I See Dead Code header image 2

Schweden 2007, Teil 5/n: Rückfahrt nach Stockholm

May 13th, 2007 · 3 Comments

Sonntag: Rückfahrt nach Stockholm

Der Sonntag begann mit einem reichhaltigen Frühstück und, kurz vor dem Verlassen des Hotels, dem viel zu lange aufgeschobenen Ankauf von Ansichtskarten und Briefmarken. Wir marschierten zum Bahnhof und sprangen auf den Zug, nicht ohne vorher noch einmal fast ein schlechtes Gewissen angesichts des lächerlichen niedrigen Ticketpreises (zusammen 450 SEK dank Jugendermäßigung und Last-Minute-Einkauf) eingeredet zu haben.

Daniel im Kustpilen nach LinköpingIm Zug selber gingen wir zuerst mit großer Verve an das Schreiben von Postkarten, was uns aber relativ schnell durch eine nicht zu ignorierende Ruckelei verleidet wurde. Daniel verschob daraufhin das Schreiben, doch Torsten ließ sich nicht beirren – als Folge dessen wirkten die Postkarten diesmal nicht nur wie mit stark verletzter Hand geschrieben, sondern auch als hätte der Autor einen essentiellen Tremor und könnte sich den Unterdrückungsalkohol nicht mehr leisten (ob man den in Schweden auf Rezept bekommt?). Zum dritten Mal querten wir Linköping, und zum dritten Mal fanden wir nichts, was uns dort gehalten hätte, so ging es schnell weiter zum InterCity nach Stockholm. Auch diese Fahrt verlief weitestgehend unfall- und erlebnisfrei, denn die Türen mussten ganz traditionell mit Muskel- und nicht mit Geisteskraft geöffnet werden.

In Stockholm angekommen, machten wir uns auf den Weg ins von der Universität bezahlte Hotel.Begrüßungsbildschirm im Hotelzimmer Trotz unseres recht zerlumpten Äußeren hieß man uns willkommen und überreichte uns die Karten für unser Zimmer. Jedes neue Zimmer eine neuer Schließmechanismus, diesmal aber ohne größere Herausforderungen an unsere gestresste Intelligenz. Unsere erste Sorge im Zimmer galt dann auch nicht etwa der körperlichen Hygiene (jede Unterbringung hatte funktionierende Duschen), sondern einer Suche nach Internet. Gegen eine geringe Gebühr, so fanden wir heraus, konnten wir auf dem Zimmer über Netzzugang per WLAN verfügen. Die Herren zückten ihre Kreditkarten und gönnten sich den Luxus ohne größeres Nachdenken, hatten uns die Reisen der letzten Woche doch zu einer ghulischen Offline-Existenz verdammt.

Torsten im HotelzimmerMit einem kleinen Spaziergang in die nahegelegene Innenstadt (Torstens innere Stockholm-Karte hat jetzt, völlig unerwartet, einige weiße Flecken weniger) beschlossen wir den erholsamen Teil der unserer Schweden-Reise und wandten uns völlig dem ernsthaften Teil zu. Die Bärte fielen, und die guten Klamotten wurden für den nächsten Tag bereitgelegt, nicht ohne eine gewisse Unruhe und Besorgtheit und nicht ahnend, was alles auf uns zukommen sollte.

Lessons learned

  • Torsten hat nichts dagegen, wenn Frauen ihre Hosenbeine in die Stiefel stecken, Daniel schon.
  • Gehst du nach Schweden, vergiss dein Zahlengedächtnis nicht!
  • Schweden haben einen Hang zu komischen Skulpturen. Beweisfotos nur bei persönlichem Erscheinen.
  • Alle Städte in Schweden haben ein Vasa-Schloss – zumindest lässt unser random sample darauf schließen.
  • Schwedische Herbergen haben einen sehr hohen Standard.

Es fehlt

  • Stockholm.py, oder: Der ganze Rest

Tags: lang:de · sweden

3 responses so far ↓

  • 1 Capreolus_dei // May 15, 2007 at 22:26

    “Torsten&Daniel Marek”

    Hm. Deshalb also der gemeinsame Urlaub im liberalen Schweden. Ich wünsche euch alles Gute für eure gemeinsame Zukunft.

  • 2 shlomme // May 16, 2007 at 21:47

    Ja, vielen Dank für die guten Wünsche. Magst du Patentante werden für eines unserer Adoptivkinderchen?

  • 3 Capreolus_dei // May 18, 2007 at 17:17

    Gerne. Aber um Patentante zu werden, müsste ich mich erst taufen lassen – vielleicht habe ich bis dahin aber auch meinen eigenen atheistischen Kult gegründet, in dessen Rahmen ihr dann auch als eingetragene Männer-Partnerschaft Patenschaften für eure Kleinen mit areligiösen Paten absegnen lassen könnt.

Leave a Comment