I See Dead Code

… as sounding brass, or a tinkling cymbal.

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Deutschland, frankophon

June 23rd, 2007 · 1 Comment

Mein erster Gedanke, als ich in Saarbrücken ankommen war und den panikgekauften Stadtplan inspizierte: „Mann, ist das nah an der französichen Grenze!”. So nah, dass man mit dem Bus rüberfahren kann, und mit dem ICE unter zwei Stunden nach Paris braucht. Im Vergleich: Nach München dauert es gesunde 4 Stunden und ein paar Minuten. Vielleicht sollten wir das Saarland einfach wieder abtreten, oder die Grenzen gleich einreißen und ein paar mehr Hochgeschwindigkeits-ICE-Strippen durch die Republik ziehen lassen (Mein Vorschlag: Saarbrücken – Bonn/Siegburg und München – Stuttgart).

Der erste Eindruck: deutsche Provinz. Die ganze Stadt hat mich etwas an Karlsruhe erinnert (und das ist beileibe kein Kompliment), aber ich war wieder etwas versöhnter, nachdem ich das Nauwieser Viertel entdeckt und die Uni besucht hatte. Die Wohnungen waren eigentlich alle recht nett und zentral gelegen, was mir nach (dann) einem Jahr 10km vom Stadtzentrum entferntem Leben sehr zupass kommt. Ich warte momentan noch auf eine Rückmeldung, habe ich aber zu 95% schon für eine andere Wohnung entschieden und dort auch schon zugesagt. Solange würfele ich noch ein wenig. Aber die Küche in der schon zugesagten Wohnung ist fein, und mit zwei Frauen zusammenzuwohnen kann auch nicht schaden.

An der Uni war ich auch kurz. Naja, der Charme des Zusammengewürfelten. Der Kern wahr mal eine Kaserne (die Uni wurde noch unter französischer Ägide schon 1947 gegründet, damals noch in Homburg), in den 60ern und 70ern kam einiges an feinen Bauten dazu, allerdings ohne die ganze Sache so wunderbar aussehen zu lassen wie Bochum oder die Morgenstelle in Tübingen. Das INM und das DFKI haben dagegen wieder sehr feine Bauten, sind ja auch aus den 90ern. Die Mensa war annehmbar und die Dame an der Kasse wollte bei mir unbedingt den Studentenpreis kassieren, auch als ich auf meinem Gaststatus bestand. War ingesamt also ein billiger Aufenthalt.

Am besten aber finde ich, dass es so unendlich viele Hiwi-Jobs für Programmierer, Informatiker, Computerlinguisten etc. zu geben scheint, darunter auch interessante. Am schwarzen Brett in der Uni hingen ein paar, und ein paar Informatikern bei denen ich mir ein Zimmer angesehen habe meinten das auch. Endlich mal am oberen Ende der Nahrungskette! Trotzdem hoffe ich, dass ich das erste Semester ohne einen Job auskomme, um mich erstmal wieder an das schäbige Studentendasein zu gewöhnen.

Nachtrag:

Das mit Paris ist natürlich eine feine Sache, aber wie bei allen Sachen die eigentlich toll sind weiß ich jetzt schon wie oft ich sie machen werde: genau keinmal. Außerdem bräuchte ich einen des Französischen mächtigen Reisebegleiter; oder ich müsste die Frankreich-Affinität dazu nutzen, selber mal etwas mehr Französisch zu lernen… Hm, freiwillige Reisebegleiter? Kostet auch nur 29€ von Saarbrücken Hbf!

Tags: lang:de · saarbrücken · studies

1 response so far ↓

  • 1 Miriam // Aug 3, 2007 at 21:28

    Hm, mit Murkel umd Mupfel kann natürlich immer noch was dazwischen kommen, aber vielleicht begleiten wir dich ja mal nach Paris! So mit dem Zug ist ja sehr angenehm. Seit dem letzten Urlaub ziehe ich das Spanische zwar dem Französischen vor, aber man kann ja für so eine Gelegenheit in den sauren Apfel beißen :-) Wir fahren einfach wohin in Paris, wo nicht so viele komische Franzosen sind. Wollte mir die Stadt schon immer mal ansehen.

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