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	<title>I See Dead Code &#187; books</title>
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	<description>… as sounding brass, or a tinkling cymbal.</description>
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		<title>Der Schrecksenmeister</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Sep 2007 20:51:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>shlomme</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Monate-, ja fast jahrelang mussten wir auf das Erscheinen des Schrecksenmeisters warten &#8211; in meinem Fall war es noch fast schlimmer, hatte mir doch eine Freundin das Buch zu Weihnachten 2006 schenken wollen. Es hat dann doch noch etwas gedauert. Laut dem „Nachwort der Übersetzers” lag es daran, dass er (Moers) nach der eigentlichen Fertigstellung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Monate-, ja fast jahrelang mussten wir auf das Erscheinen des Schrecksenmeisters warten &#8211; in meinem Fall war es noch fast schlimmer, hatte mir doch eine Freundin das Buch zu Weihnachten 2006 schenken wollen. Es hat dann doch noch etwas gedauert. Laut dem „Nachwort der Übersetzers” lag es daran, dass er (Moers) nach der eigentlichen Fertigstellung auf oft geäußerten Leserwunsch hin alle Mythenmetzschen Abschweifungen entfernt hat und dadurch das Buch insgesamt 700 Seiten (!?) kürzer gemacht hat.</p>
<p>Dass dies die ganze Wahrheit nicht ist, merkt man daran, dass die Illustrationen am Ende des Buches auffällig selten werden. Bekommt man am Anfang noch Bilder vom Wurzmännchen, Schmerzenskerzen, alchimistischer Apparaturen samt Leidener Männlein, von Ledermäusen, Schuhus, Schrecksen &#038; Meistern gezeigt, so vermisst man doch am Ende Bilder der Schneeweißen Witwe, des Goldenen Eichhörnchens, der Brautschreckse und des Fettkellers. Auch ein Bild von Eisenstadt hätte man gerne gehabt und die Anatomie von Laufwolf, Roggenmume, Zyklopenmumie und Haselhexe hat man auch nicht unbedingt abrufbar (ein Grund mehr, die noch fehlenden Romane zu meiner Bibliothek hinzuzufügen).</p>
<p>Das Geschichte selbst ist auch <a href="http://www.eichhornundhase.de/blog/2007/07/05/walter-moers-die-13%c2%bd-leben-des-kapt%e2%80%99n-blaubar/"> gewohnt hohem Niveau</a>, auch wenn der Protagonist am Ende durch mehrere Dei ex machinis gerettet werden muss. Solcherlei Kunststückchen verzeiht man Moers aber allzu gerne, schließlich stiehlt er dem Leser keine Zeit, sondern uterhält ihn aufs Köstlichste. Auch beim Schrecksenmeister kam es vor, dass ich auf den ersten 200 Seiten (die man durchaus am ersten Abend liest) immer wieder und ohne sichtbaren Grund loslachen musste.</p>
<p>Die Stilmittel, die Moers dabei in seinem Buch verwendet, sind dabei alle schon bekannt. Sei es die Platzverschwendung durch Wiederholung immer des gleichen Wortes (man denke nur an das unsterbliche <b>Brummli!</b> in „Ensel und Krete”), Binnenerzählungen, Aufzählungen, die ins Absurde abdriften („Schlangen, Skorpione, Tollwutfüchse, Laubwölfe, Mondscheinschatten” oder „Lanthan, Samarium, Praseodym, Ytterbium, Gelfensilber, Cronosit”) und natürlich die freie Verwendung verschiedener Schrifttypen in Dialog, um bestimmten Wesen einen besonderen <i>touch</i> zu verleihen.</p>
<p>Ein weiterer Kompositionsansatz von Moers ist es, sich in jedem Roman ein Fabelwesen herauszugreifen, dessen Fähigkeiten zu beleuchten und diese für den Roman unverzichtbar zu machen: in „Ensel &#038; Krete” sind es die Fhernhachen, die sich von Zuneigung ernähren, in „Rumo und die Wunder im Dunklen” die schachspielenden Wolpertinger und ihr silberner Faden, in „Die Stadt der träumenden Bücher” die Lindwürmer &#8211; und in „Der Schrecksenmeister” die Kratzen und ihre Fähigkeit, mit jeglichem Lebewesen zu sprechen. Das führt natürlich zu absurdesten Gesprächen („Niemand versteht die Ledermäuse!”), und zusammen mit der Schilderung von Sledwaya, der kränksten Stadt Zamoniens zu einem kurzweiligen Lesevergnügen, das, im Gegensatz zur üblichen zamonischen Literatur, natürlich happy endet &#8211; ganz wie ein richtiger Prinz-Kalthblut-Roman.</p>
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		<title>Christenarm &amp; Heidenreich – Die Bücherkolumne</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Aug 2007 18:28:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>shlomme</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Pears, Iain: An Instance of the Fingerpost
Es ist natürlich eine feine Ehre für ein Buch, mit Ecos „Der Name der Rose” verglichen zu werden, dieser Mischung aus Mittelalter-Krimi und zwecklos-fröhlicher scholastischer Diskussion. In meinem Fall aber führte dieser überbordende Vergleich eher dazu, dass ich das Buch sehr reserviert anfing und mich auf den ersten 300 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Pears, Iain: An Instance of the Fingerpost</h2>
<p>Es ist natürlich eine feine Ehre für ein Buch, mit Ecos „Der Name der Rose” verglichen zu werden, dieser Mischung aus Mittelalter-Krimi und zwecklos-fröhlicher scholastischer Diskussion. In meinem Fall aber führte dieser überbordende Vergleich eher dazu, dass ich das Buch sehr reserviert anfing und mich auf den ersten 300 Seiten dafür auch nicht begeistern konnte. Aber der Reihe nach.</p>
<h2>Aufbau</h2>
<p>Das Buch besteht aus vier Abschnitten, die jeweils die Sichtweise einer der an der Handlung beteiligten Personen beschreibt; so erlebt man die Schlüsselsequenzen der Geschichte aus vier verschiedenen Perspektiven. Das kann eine feine Idee sein (man denke nur an die „Trilogy of Error” der Simpons), ist aber allein noch kein Garant für Lesevergnügen; und noch viel weniger ein unbeschwertes. Oft genug habe ich mir gewünscht, an bestimmten Schlüsselstellen der Erzählungen kleine bunte Zettel hinterlassen zu haben, denn es lohnt sich oft nachzulesen, <i>was genau</i> gesagt bzw. nicht gesagt wurde.</p>
<h2>Nein, nicht noch einmal Quicksilver!</h2>
<p>Der eigentliche Grund dafür, dass mich die erste Erzählung so furchtbar lange gekostet hat, war die viel zu große Ähnlichkeit mit Neal Stephensons Quicksilver. Nicht das die Geschichten ähnlich gewesen wären (was war überhaupt die Geschichte von Quicksilver? Oder waren es einfach nur aneinandergereihte Worte, zur Unterstützung der papierverarbeitenden Industrie?), aber das Ambiente im England des 17. Jahrhunderts, mit den großen Personen der wissenschaftlichen Revolutionen zu dieser Zeit. Zwar sind diese nicht die gleichen, aber die geführten Diskussionen, der Übergang von abergläubisch inspirierter Gelehrsamkeit zur Naturphilosophie und die Missgunst zwischen den kontinentalen und englischen Gelehrten sind zu ähnlich, als dass ich den ersten Teil unbeschwert hätte genießen können.</p>
<p>Auch die eigentlich Erzählung kommt ohne größere Überraschungen daher. Zwar wird man das Gefühl nicht los, dass für <i>den</i> Mord die falsche Person überführt wurde, sicher ist man sich jedoch nicht. So kam es dann am Ende, dass ich mich gefragt habe, warum ich die ganze, doch recht unspektakuläre Geschichte noch dreimal durchlesen muss.</p>
<h2>Stephenson, begone!</h2>
<p>Die nächsten zwei Geschichten zertrümmern die erste Schilderung recht gründlich und man weiß nach der dritten Geschichte nicht mehr, was in den anderen Geschichten Lüge, was Unterlassung, was Falschinterpretation und was Einbildung war. Jeder Erzähler zeichnet völlig andere Bilder der beteiligten Person. Jede <i>intentio auctoris</i> ist für den Leser offensichtlich und jeder Erzähler ist auf seine Art und Weise leicht abstoßend: der ein wenig unbedarfte, aber ehrrührige italienische Gelehrte, der blasierte verarmte Aristokrat, der versucht die Ehre seines Vaters wiederherzustellen und der paranoide und xenophobe englische Mathematikprofessor, der in einem fort die Bibel zitiert.</p>
<p>Schlussendlich weiß man nur, dass jeder jeden als völlig unzurechnungsfähig hinstellt, als eklatanten Lügner oder als Irren. Eine Auflösung der Mysterien ist immer nur scheinbar in Sicht.  Bei dem einfachen Mord bleibt es natürlich nicht, es darf hemmungslos auf Staatsebene intrigiert werden.</p>
<h2>Die wirklich wahrste Wahrheit…</h2>
<p>… wird natürlich im letzten Teil präsentiert. Viele der Vermutungen, die der aufmerksame Leser vorher nur hegen konnte, werden bestätigt. Verschwörungen haben natürlich den Hang dazu, immer noch eine Ebene höher angesiedelt zu werden, mit einer noch geheimeren, gefährlichen Wahrheit, die in weniger gefährliche Lügen gekleidet werden musste. Der Mord wird dabei verständlicherweise zur Nebensache, dafür dringt wörtlich zu nehmende messianische Charakter einer der Personen in den Vordergrund, was eine starke religiöse Note in ein ansonsten recht rationales Werk bringt.</p>
<h2>Insgesamt</h2>
<p>Durchaus empfehlenswert, wenn auch teilweise mit Längen. Durch den ersten Teil sollte man sich durchbeißen, danach wird es interessant und unterhaltsam, manchmal lernt man sogar noch etwas englische Geschichte dabei. Für die ersten zwei Drittel habe ich drei Wochen gebraucht, für das letzte einen Tag.</p>
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		<title>Jedem Ende wohnt ein Schauder inne.</title>
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		<pubDate>Tue, 29 May 2007 18:33:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>shlomme</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Oft, viel zu oft wurde ich vom Ende eines Buches oder einer Reihe bitter enttäuscht, obwohl das Buch eigentlich stark angefangen hatte. Nehmen wir zum Beispiel Dan Simmons&#8217; Hyperion-Reihe. Der erste Band („Hyperion”) mit der Schilderung der Herkunft der Pilger, einem schillernden Querschnitt durch ein ganzes Universum, gehört auch nach dem zweiten Mal Lesen noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Oft, viel zu oft wurde ich vom Ende eines Buches oder einer Reihe bitter enttäuscht, obwohl das Buch eigentlich stark angefangen hatte. Nehmen wir zum Beispiel Dan Simmons&#8217; Hyperion-Reihe. Der erste Band („Hyperion”) mit der Schilderung der Herkunft der Pilger, einem schillernden Querschnitt durch ein ganzes Universum, gehört auch nach dem zweiten Mal Lesen noch zur unterhaltsamsten SciFi, die ich kenne. Der zweite Band hat zwar seine Längen, endet aber nicht windelweich, sondern mit einem knallharten Zerfall der Gesellschaft – alle, die meine Vorlieben für Dystopien und postapokalyptische Szenarien kennen, sollte es nicht überraschen, dass mir das gefällt. Auch der dritte Band enthält wieder faszinierende Schilderungen des Universums. Allein, der vierte Band gleitet vollkommen ins Fantasy-Reich, in eine furchtbare Beliebigkeit (die z.T. schon in Band 2 angedeutet wurde) ab, die mit SciFi nicht mehr viel zu tun. Ein unwürdiges Ende für eine großartige begonnene Reihe.</p>
<p>Stark anzufangen und ebenso nachzulassen scheint aber nicht nur ein Phänomen der Literatur zu sein, die ich zu konsumieren pflege, sondern ist auch oft in Computerspielen anzutreffen. Diese werden zum Ende hin oft sehr linear (Gothic II, Planescape Torment) oder megalomanisch (wieder Gothic II, Baldur&#8217;s Gate: TdB), wo sie am anfang non-linear und durchaus realistisch waren.</p>
<p>Es ist selten, dass mich ein Ende zu überzeugen weiß, seltener noch, dass das Ende „besser” ist als der Anfang. Daher war ich gestern Abend (bzw. Nacht) durchaus erfreut, als ich mich durch die letzten Seiten von Walter M. Millers Roman „A Canticle for Leibowitz” (Ein Lobgesang auf Leibowitz) fraß. Die Schilderung der Situation der menschlichen Gesellschaft auf der Erde, die ein weiteres Mal auf einen groß angelegten atomaren Schlagabtausch zuschlittert und aus den vorherigen Kriegen und dem darauf folgenden Zeitalter der geistigen Umnachtung nichts gelernt hat, war beeindruckend und bedrückend aus der Perspektive der Mönche geschildert, die das wenige überbleibende Wissen über die Zeitalter bewahrt hatten. Wenige Informationen, die auf offiziellen Kanälen preisgegeben wurden, dann ein erster Schlagabtausch im All, vergolten durch die Zerstörung einer Stadt und der darauf folgende Strom von Flüchtlingen und Verletzten. Dann, wie sollte es auch anders kommen, der nukleare Overkill, aber! Auf den letzten Seiten fühlte ich mich <strong>fatalst</strong> an „Nach der Bombe” von Philip K. Dick erinnert, ein ganz schwaches Buch. Allein aufgrund dieses Buches habe ich bisher nichts weiteres von Dick gelesen.</p>
<p>Das Bestreben, menschlichen Mutanten irgendwelche über- oder nebensinnliche Befähigungen zuzuschreiben hat mich dort schon furchtbar genervt. Miller begeht den gleichen Fehler, dabei war das Buch bis zu diesem Punkt gut lesbar, mit Humor geschrieben, aber nicht ohne Intelligenz und Anspruch. Die letzten zehn Seiten sind meiner Ansicht nach schlicht überflüssig.</p>
<p>Eine andere Frage, für einen anderen Tag: Was finden SciFi-Autoren an der katholischen Kirche? Mir fallen auf Anhieb drei Bücher ein, in der Kleriker oder die Kirche selbst eine Rolle spielen (s.o., die Hyperion-Bände von Simmons und Sperling von Mary Doria Russell), aber kaum welche, in der protestantische oder evangelikale Christen vorkommen – mir fällt nur der Eclipse-Zyklus von Shirley ein (Cyberpunk ist irgendwie tot…), „Left Behind” lasse ich nicht gelten.</p>
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